Europa

Boulevard am Meer

Duftende Myrte, blühende Oleander und stets ein sagenhafter Blick aufs Meer: Die Promenade in der Kvarner-Bucht bietet einen einzigartigen, zwölf Kilometer langen Spaziergang an der Küste. Im Herzen des Lungomare liegt die ideale Homebase: das 5-Sterne-Design-Hotel Bevanda in Opatija.

Text: Helmut Widmann

So könnte jeder Morgen beginnen: Zaghaft taucht die Sonne über den Bergspitzen des Hinterlandes auf und färbt das spiegelglatte Meer in zartes Rot. Von der Terrasse des Hotels Bevanda in Opatija, direkt am Wasser, genießt man einen atemberaubenden Blick auf die Kvarner-Bucht mit den Inseln Krk und Cres am Horizont. Ich war schon oft in Opatija, aber diesen Augenschmaus genieße ich zum ersten Mal.

Hier in Opatija, dem einstigen Abbazia, hat die K.u.k.-Welt die Sommerfrische am Meer „erfunden“. Die salzgeschwängerte Luft und das milde Mittelmeerklima verwandelten ein verschlafenes Nest in wenigen Jahren in ein Mekka für den Adel und das reiche Bürgertum.

Keiner kann die Jugendstil-Villen und prachtvollen Hotels aus der Zeit der Monarchie zählen – manche von ihnen strahlen in neuem Glanz, andere warten noch, wachgeküsst zu werden. Opatija verdankt diesem intensiven Flair von anno dazumal auch heute seine Anziehungskraft. Im riesigen Angebot an altehrwürdiger Vergangenheit tut aber auch ein kräftiger Schuss Modernität und stylishes Design gut.

Das finden Opatija-Reisende gleich neben dem Park Angiolina im Hotel Bevanda. Das erste 5-Sterne-Design-Hotel an Kroatiens oberer Adria beherbergt zehn Zimmer, jedes nach einem prominenten Gast Opatijas benannt, von Albert Einstein über Gustav Mahler und James Joyce bis zu Giacomo Puccini. Allen Zimmern gemein ist eine atemberaubende Aussicht auf das Meer, manche bieten einen Whirlpool, von dem aus man das Spiel der Wellen beobachten kann.

Imperiales Flair: Die altehrwürdigen Hotels am Lido von Opatija machen die K.u.k.-Welt wieder lebendig.
Traumhafte Lage: Das 5-Sterne-Design-Hotel Bevanda mit seinem Beach Resort ist ein stylisher Gegenpol.


Bevanda ist aber auch ein Synonym für edle Genüsse: Das Restaurant unter der Ägide von Andrej Barbieri zählt zum Besten, was Kroatien in Sachen Kulinarik zu bieten hat. Zum Meer hin bietet eine einzige Front aus Glas einen Blick, der hier und anderswo seinesgleichen sucht.

Im vorgelagerten Lido Beach Resort des Bevanda lässt es sich bei chilliger Musik und mit bestens gemixten Cocktails vortrefflich relaxen. Das stylishe Holzdeck mit edlen Liegen und einem Pool wird dieser Tage noch Richtung Hotel Kvarner, dem ersten Traditionshotel der Stadt, erweitert und ist im Sommer zweifelsohne Opatijas erste Bade- und Vergnügungsadresse.

Wer sich nach einem Sprung ins Meer nach etwas sportiverer Abwechslung sehnt, dem sei dringend der Lungomare ans Herz gelegt, an dem das Bevanda liegt. Die Küstenpromenade wurde in mehreren Etappen errichtet. Der erste Abschnitt zwischen Volosko und Opatija wurde 1889 eröffnet, in dem Jahr, als Abbazia durch ein kaiserliches Dekret zum ersten heilklimatischen Kurort an der österreichischen Adria ernannt wurde. Der zweite Teil von Opatija bis Lovran wurde 1911 fertig.

Genussreich: Das Restaurant des Hotels Bevanda zählt zu den besten des Landes.
Wellness für die Seele: Im Beach Resort des Hotels lässt es sich chillen und Kraft für Ausflüge tanken.


So kann man heute auf einer Strecke von zwölf Kilometern dem Meer entlang bummeln – ein mit duftender Myrte und blühendem Oleander geschmückter Spazierweg mit Bänkchen, die zum Rasten einladen. Wo kann man entspannter die Seele baumeln lassen als mit diesem Blick aufs Wasser? Ich schließe die Augen, die Sonne wärmt und das Meeresrauschen verursacht eine wohltuende akustische Kulisse.

Doch bald siegt die Neugierde und verführt zum Weitergehen gen Norden, vorbei an Opatijas Villenpracht und dem Hotel Miramar, das sich stilistisch an das Triestiner Schloss Miramar anlehnt. Bald erreicht man Volosko. Heute kann man nicht erahnen, dass der Ort früher ein wichtiges Zentrum am Meer mit Werft und Handelsbetrieben war. Dafür ist der Minihafen der ideale Platz, um in Restaurants wie dem Plavi Podrum einzukehren.

Vorbildlich: Das Hotel Miramar wurde dem gleichnamigen Schloss in Triest nachempfunden.
Aussichtsreich: Gibt es einen schöneren Platz für eine kurze – oder längere – Rast?


Dann geht es wieder zurück auf dem Lungomare nach Opatija. Vorbei am Hotel Bevanda, ziert eine Sehenswürdigkeit nach der anderen den Lido des alten Abbazia, begonnen mit der Villa Angiolina. Sie gilt quasi als Wiege des Tourismus am Kvarner, umgeben von einem Park, in dem mehr als 150 Pflanzenarten aus allen Teilen der Welt wachsen, von Mammut- und Zitronenbäumen über Bougainvilleas bis hin zu Bambushainen.

Nach dem Hotel Kvarner (früher Quarnero) ziert eine besondere Statue einen Felsen im Meer: Das „Mädchen mit der Möwe“ gilt als Wahrzeichen der Stadt. Den Lido von Opatija – im Sommer vielbesuchte Eventarena – überquerend, verlasse ich langsam die Stadt und strebe zuerst auf Ičići, dann Ika und schließlich Lovran zu, dem Endpunkt des Lungomare.

Noch in der letzten Nacht im Hotel Bevanda klingt der Lungomare im Traum nach. Vor dem Abschied am nächsten Tag hat das Meer aber noch eine Überraschung parat. Denn beim Frühstück wandert mein Blick immer wieder auf das sanfte Wellenspiel vor dem Hotel. Und da tauchen auf einmal zwei Delfine aus dem Wasser auf und tauchen wieder ein. Eine Sinnestäuschung? Nein, denn da sind sie wieder, meine ersten Delfine, die ich in freier Wildbahn zu Gesicht bekomme. „Die sind oft da“, weiß die Kellnerin des Bevanda zu erzählen. Die Frau an meiner Seite ist gleichermaßen entzückt:

„Ein magischer Ort!“, ruft sie aus. Wer will da einer Frau widersprechen?

Fisch und mehr: Im kleinen Hafen von Volosko erwarten Küstenbummler mehrere Restaurants.
Alt und Neu vereint: das Traditionshotel Kvarner und das Bevanda mit Pool, Pizzeria und Bar.
Wahrzeichen: Das „Mädchen mit der Möwe“ zählt zu den beliebtesten Fotomotiven von Opatija.
Kunstvolle Wegbegleiter: Den Lungomare und den Park Angiolina schmücken Skulpturen.
Meer zum Greifen nah: Jedes der zehn Bevanda-Zimmer verfügt über einen Balkon mit traumhaftem Ausblick.
Traumpfad: Der zwölf Kilometer lange Lungomare führt entlang der Kvarner-Küste.
Duftparadies: Die blühende Flora entlang des Lungomare ist eine Augenweide und für die Nase ein Genuss.
Wiege des Kvarner-Tourismus: Die Villa Angiolina umgibt ein prächtiger Park.
Im Wartemodus: Dieses alte Haus mit dem verblassten Schriftzug „Logis für Fremde“ hofft auf frischen Glanz.


Hardfacts:

Relais & Chataux Bevanda
Zert ul. 8, 51410, Opatija, Kroatien
Telefon: +385 51 493 888
www.bevanda.hr/de

 

Bilder: Helmut Widmann