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Gigantomanie am Golf

Die Scheichs von Abu Dhabi schätzen Superlativen. Das neue Louvre-Museum ist ein weiteres architektonisches Wunder des Wüstenstaates.

Text: Alexis Wiklund

D er Louvre steht jetzt auch in Abu Dhabi. Denn die Vereinigten Arabischen Emirate bezahlen rund 400 Millionen Euro, um den berühmten Namen 30 Jahre lang tragen zu dürfen. Der französische Stararchitekt Jean Nouvel entwarf dafür ein Museum mit einer 180 Meter langen Kuppel auf Saadiyat (Insel des Glücks). Kosten: weitere rund 580 Millionen Euro.

Ein kultureller Leuchtturm in der Wüste. Es beherbergt auch einige Schätze aus Paris. Nicht die legendäre Mona Lisa. Als Starthilfe bekam der Wüstenstaat berühmte Gemälde wie Vincent van Goghs „Selbstporträt“, Édouard Manets „Der Pfeifer“, Jacques-Louis Davids „Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard“ und „La Belle -Ferronnière“ von Leonardo da Vinci. Größtes Ausstellungsstück ist die mehrere Tonnen schwere ägyptische Statue von Pharao Ramses II. Ziel des neuen Louvre: mehr Toleranz zwischen dem Westen und der arabischen Welt. 


Abu Dhabi ist die reichste Stadt der Welt. Sie verfügt über rund neun Prozent des bekannten Welterdölvorkommens. Die Kassen sind voll. Der Louvre ist ein weiteres sichtbares Zeichen der Macht. So wie die Scheich-Zayid-Moschee. Ein eindrucksvolles Bauwerk aus weißem italienischem Marmor. Die Mega-Anlage mit der 70 Meter hohen Kuppel liegt in der Nähe des Meeresarms Khor Al Maqta und bietet Platz für rund 40.000 Gläubige. In Abu Dhabi, dem größten der sieben Vereinigten Arabischen Emirate, zelebrieren die Scheichs die Superlative. 

Das Louvre-Museum in Abu Dhabi. © Louvre Abu Dhabi – Photography Roland Halbe

Auf der Insel Saadiyat liegen auch Luxus-Strandhotels wie das The St. Regis Saadiyat Island Resort und das Park Hyatt Abu Dhabi. Beide 5-Sterner. Keine Hochhäuser. Türkisfarbenes Wasser, feiner, sauberer Sand und natürliche Dünen. Der Strand ist auch Nistplatz für bedrohte Karettschildkröten. Daher steht die Küste von Saadiyat unter Schutz. Mit etwas Glück lassen sich Delfine an der Küste beobachten. An der Corniche zeigt sich Abu Dhabi von seiner imposanten, urbanen Seite. Dort streben Wolkenkratzer in die Höhe und von dort ragt die Breakwater-Insel ins Meer hinaus. Gleich beim edlen Yachthafen liegt die Marina Mall. Sie hat alles von IKEA bis zu Mode von Chanel - auch eine Indoor-Skihalle.

Rund eine Autostunde von Abu Dhabi City entfernt, ist Staunen angesagt: -Ferrari World auf der Insel Yas bietet unzählige exklusive Modelle und vor allem die schnellste Hochschaubahn "Formula Rossa". Sie beschleunigt in nur knapp fünf Sekunden von null auf 240 km/h. Im Disneyland für Formel-1-Fans gibt es auch einen Ferrari-Simulator, in dem man sein Geschick als Rennfahrer testen kann. Die Insel Waterworld Abu Dhabi lockt ebenfalls die Massen an. Sie bietet 40 Rutschen und Wasserattraktionen. Besonders beliebt: die Wasserrutsche mit dem Looping. Im Bubble's Barrel und Rush Rider kommen Hobby-Sufer voll auf ihre Kosten, wenn sie auf den Wellen im Simulator reiten. Da herrscht immer Seegang.

Natürlich gibt es da auch noch die Wüste. Mit dem Geländewagen kann man Touren durch die Dünen buchen. Einen Ausflug wert sind die Kamelrennbahnen von Al Maqam und Al Wathba.

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