Fernreisen Aktuelle Ausgabe
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Mein Los Angeles

Wolfgang Puck in seinem Restaurant Spago
Hollywood Boulevard
Handshake auf dem Walk of Fame: Elvis- und Iron Man-Darsteller
Ipic Cinema- Gemeinsam kuscheln unter feinen Kaschmirdecken
WAL-Sprung - Jetzt ziehen die Tiere an L.A. vorbei
Bilder: Eileen Escarda, MArcus Yam/LA Times, iStock (1), beigestellt, Blaguss Gruppe/Christian Lendl
Buchgeschäft „Book Soup“
Bilder: Eileen Escarda, MArcus Yam/LA Times, iStock (1), beigestellt, Blaguss Gruppe/Christian Lendl

Die mehrfach preisgekrönte GUTE REISE-Autorin Barbara Gasser flaniert durch ihre Heimatstadt Los Angeles und erzählt von singenden Kellnerinnen, Luxus-Kinos mit Kaschmirdecken und den Kartentricks von Neil Patrick Harris

Text: Barbara Gasser

Lassen Sie mich meine kleine Entdeckungsreise dort beginnen, wo sich so viele in der Vier-Millionen-Metropole verewigt sehen möchten: auf dem Walk of Fame, dem Ziel vieler Träume, wo die Sterne vom Himmel geholt werden und von Erfolg und Ruhm und Glück künden. Über 18 Häuserblöcke erstreckt sich der berühmteste Gehweg der Welt. Längst hat er die Yucca Avenue erreicht. 2.599 Sterne sind es, die derzeit den Himmel auf Erden symbolisieren.

Interessant ist die erste Hälfte des Walk of Fame. Im Umkreis von 100 m befinden sich das Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds, das Grauman’s Chinese Theatre mit den Hand- und Fußabdrücken der Stars und das Roosevelt Hotel mit seiner legendären Tropicana Bar, wo Leonardo DiCaprio „Catch Me If You Can“ gedreht hat und die „Game of Thrones“- Premierenparty gefeiert wurde.

Im Dolby Theatre werden die Oscars verliehen. In der Woche davor beginnt der Countdown. Da werden der rote Teppich ausgerollt, die Tribünen errichtet und die Oscar-Statuen aufgestellt. Cineasten empfehle ich die „In Person“-Vorstellungen im Egyptian Theatre, 6712 Hollywood Boulevard. Filmgrößen wie Ridley Scott, Martin Scorsese, Matt Damon, Quentin Tarantino, Leslie Caron und Kim Novak erzählen nicht nur von ihrer Arbeit, sie beantworten auch Publikumsfragen. 

Im ersten italienischen Restaurant Hollywoods, dem „Miceli’s“, sind die singenden Kellnerinnen die Stars. Interessantes Detail: Die Uniformen des Servicepersonals sind seit der Eröffnung im Jahr 1949 unverändert.

Wer statt Pizza lieber Steak bestellt, ist bei „Musso & Frank Grill“ gut aufgehoben. Zu den prominenten Gästen zählten und zählen Orson Welles, The Beatles und Christoph Waltz. 

Parallel zum Hollywood Boulevard verläuft Franklin Avenue mit dem 1908 im Viktorianischen Stil erbauten Magic Castle. Das Magic Castle ist die Academy of Magical Arts. Nur auf Einladung eines Zauberkünstlers öffnet sich der private Club. Mir führte Neil Patrick Harris beim Lunch seine Kartentricks vor. 

Mein Lieblingskino ist das iPic am Wilshire Boulevard in Westwood. Kinogenuss gibt es hier auf dem Sofa, inklusive Kaschmirdecke und Champagnerdinner. Hervorragend als Date-Night.

Wahrzeichen seit 1923 

Das Wahrzeichen der Stadt, das Hollywood Sign, thront am Mount Lee. Es wurde 1923 errichtet, um Grundstücksankäufe in den damals kaum besiedelten Hügeln zu forcieren. Nachdem 1932 die 24-jährige, erfolglose Schauspielerin Peg Entwistle vom 13 Meter hohen „H“ in den Tod sprang, wurde der Hollywood Schriftzug zum Symbol für die Traumfabrik. Zuletzt sorgte der Schriftzug für Aufregung, als ein Spaßvogel zu Silvester „Hollywood“ in „Hollyweed“ abwandelte – eine Anspielung auf die gesetzliche Marihuana-Zulassung in Kalifornien. Für Nahaufnahmen des insgesamt 100 m langen Schriftzugs wähle ich den Beachwood Canyon Trail.

Den besten Panoramablick über Los Angeles verspricht das Griffith Observatory, das auch als Kulisse für das Golden Globe gekrönte Musical „La La Land“ diente. Anders als Hauptdarstellerin Emma Stone stehe ich überhaupt nicht gern im Stau und fahre lieber die „scenic route“ am Mulholland Drive entlang. 

Der erste Oscar wurde am 16. Mai 1929 vergeben. Und zwar im Hollywood Roosevelt Hotel am Hollywood Boulevard. Der Legende nach soll Regisseur Cedric Gibbons (1893–1960) 1928 im Crystal Ballroom des Biltmore Hotels eine Statue auf eine Serviette gekritzelt haben, die Margaret Herrick (1902–1976), später Executive Director der Academy, zum Ausruf veranlasste: „Der sieht ja aus wie mein Onkel Oscar.“ (Man sollte aber wissen, dass auch die große Bette Davis, 1908–1989, die Patenschaft beanspruchte.) Namensgeber des Crystal Ballrooms wiederum ist ein Kronleuchter des österreichischen Kristallunternehmens Swarovski. 

In Fußnähe des Biltmore Hotels liegen der Arts and Fashion District sowie der Jewelry District. Ein Muss für alle Schnäppchenjäger. Denn jeden zweiten Donnerstag im Monat bietet der Art Walk eine gelungene Melange aus Avantgardistischem, Musikalischem und Kulinarischem.

Food Trucks als Geheimtipp 

Der bekannteste österreichische Koch ist Wolfgang Puck, der seit 20 Jahren das Oscar-Menü kreiert und im „Spago“ die Gaumen der Filmstars verwöhnt. Der Oberösterreicher Bernhard Mairinger, der sich in der Gastroszene zwischen Little Tokyo und Chinatown mit seinem „BierBeisl Imbiss“ einen Namen gemacht hat, hat gerade erst geschlossen, will aber demnächst ein Restaurant an der West Side eröffnen.

Zu den gastronomischen Urgesteinen zählt „Bob’s Big Boy“ in Toluca Lake, wo ich mir gerne einen Milk–shake bestelle und jedes Mal wieder über das donners–tägliche Oldtimer-Treffen staune. Im benachbarten Burbank sind die Food Trucks vor den Vintage- und Antikläden in der „Ladies and Gents Night Out“ (am letzten Freitag im Monat) der Geheimtipp schlechthin. 

Beverly Hills gehört klarerweise zum Pflichtprogramm einer Los Angeles Reise. Auf der Luxusmeile Rodeo Drive flanieren und die Auslagen von Tiffany, Gucci, Bulgari, Harry Winston und Bijan bewundern. So begehrt wie eine Chanel-Handtasche sind auch die „Limited Arts Edition“ von Taschen. Sind Signierstunden von Peter Lindbergh, Bert Stern, Tadao Ando oder Naomi Campbell angesagt, stehen die Fans Schlange, um an die begehrten Bücher zu kommen. Ähnlicher Popularität erfreut sich „The Book Soup“ am Sunset Boulevard, wo Renee Zellweger oder Viggo Mortensen nicht selten in den Neuerscheinungen schmökern.

Fitness gehört zu Los Angeles wie das Amen im Gebet. Eine beliebte Outdoor-Strecke ist der Runyon Canyon mit seinen verzweigten Waldwegen. Besonders Sportliche schwitzen die fast senkrecht angelegten 189 Stufen der Santa Monica Stairs zwischen 4th Street und Adelaide Drive hinauf. Ultimatives Outdoorfeeling bieten natürlich Manhattan Beach, Muscle Beach, Santa Monica und Zuma Beach. 

Ein grandioses Naturschauspiel bieten die Wale, die jetzt an der kalifornischen Küste vorbeiziehen. Ebenso nur im Winter spült das Meer Sanddollars ans Ufer, die dem Finder ein glückliches Jahr bescheren sollen (P. S.: Keine neue Währung im Trump-Land, sondern ein Stachelhäuter aus der Klasse der Seeigel). 

Blaguss-TIPP

Genießen Sie den Strand. „Nachdem Sie in Hollywood auf dem Walk of Fame die Sterne Ihrer Lieblingsstars entdeckt, in Beverly Hills einen Blick auf die Villen der Reichen und Schönen werfen konnten und auf dem Rodeo Drive und in zahlreichen Shoppingmalls eingekauft haben, dürfen Sie sich einen erholsamen Tag am Strand auf keinen Fall entgehen lassen!

Die neue Metro-Linie „Expo Line“ verbindet Downtown L.A. direkt mit der Küste Santa Monicas! Wer ein idyllischeres Plätzchen sucht, für den ist der Yachthafen in Marina del Rey genau das Richtige“, schwärmt Eva Eckhardt, Leiterin des Blaguss-Reisebüros in Oberpullendorf.