Tipps & Infos
WESTstewards kümmern sich aufmerksam um die Fahrgäste.

Zug mit Aussicht

Reisen kann so schön sein: Mit einem herrlichen Blick von oben auf Stadt und Land punkten die Doppelstockzüge der WESTbahn. Und weil das die Reisenden so schätzen, wird heuer die Flotte um zehn Garnituren erweitert.

Text: Helmut Widmann

KISS klingt nicht nur sympathisch, sondern macht das Zugfahren auf der Weststrecke auch zum Vergnügen: Sieben Doppelstockzüge dieses Namens sind seit 2011 für die WESTbahn zwischen Wien und Salzburg im Einsatz. Heuer kommen zehn zusätzliche KISSes in einer weiterentwickelten Form hinzu. Die Investition von 180 Millionen Euro macht sich für die Fahrgäste nicht nur durch mehr Komfort bezahlt: „Ab Mitte Dezember sind wir dann im 30-Minuten-Takt unterwegs“, erzählt WESTbahn-Vorstand Erich Forster. Die Frequenz­erhöhung bringt einen entscheidenden Anreiz, um von der Straße auf die Schiene zu wechseln: „So sieht jeder Autofahrer, dass es mit dem Zug um einiges schneller geht. Damit spart man Nerven und Sprit“, weiß der WESTbahn-Chef. Gut fürs Geldbörsel aller Reisenden und auch gut für die Umwelt.

Apropos Umwelt: Die liegt einem bei der WESTbahn wahrlich zu Füßen. Denn vom oberen Geschoß der Züge aus hat man einen wunderbaren Blick auf vorbeiziehende Städte und die österreichischen Landschaften. Mit diesem Vorzug sind natürlich auch die neuen Garnituren ausgestattet, die bereits alle Testfahrten bravourös absolviert und gerade die Zulassung erhalten haben. 

Wiener Hauptbahnhof zweites Standbein

Neben dem 30-Minuten-Takt darf man sich ab Mitte Dezember auf eine weitere Neuerung freuen: War bisher der Westbahnhof das einzige Wiener Standbein der WESTbahn, wird dann jeder zweite Zug vom und zum Hauptbahnhof fahren. Damit kommt man vielen Wünschen von Reisenden entgegen, die den Zug dann noch schneller erreichen können. Das ist aber nicht alles: „Trotz hoher Zufriedenheitswerte bei unseren Kunden haben wir uns bei den neuen Zügen viel vorgenommen“, sagt Erich Forster, „und an jedem möglichen Schräubchen für eine weitere Verbesserung gedreht.“ Und wer den WESTbahn-Chef kennt, weiß auch um seine Akribie bei der Suche nach Verbesserungspotenzial. Dies schlägt sich zum Beispiel in einer optimierten Beschleunigung der neuen Züge nieder, weshalb die WESTbahn noch schneller ans Ziel kommt. Bei einer Fahrt von Wien nach Salzburg – und retour – hat ein Auto keine Chance. Das nennt man bequemes Reisen: ohne warten, ohne Stau, ohne Baustellen. 

Schnelligkeit ist sehr wichtig, aber es geht auch darum, wie man reist. Um das Beste zu verwirklichen, hat die WESTbahn einen wichtigen Partner: Stadler, der Schweizer Hersteller von Schienenfahrzeugen, zählt zu den qualitätsvollen Zugproduzenten und mit seiner 75-jährigen Firmengeschichte auch zu den Traditionsunternehmen in dieser Sparte. Gepaart mit dem frischen Geist des jungen Unternehmens WESTbahn hat man es geschafft, den KISS noch weiter zu optimieren: „Die neuen Züge wurden hinsichtlich Komfort und Wohlbefinden noch einmal verbessert“, freut sich Peter Spuhler, CEO der Stadler Rail Group. So ist man dann zum Beispiel dank neuer Drehgestelle der Züge ruhiger und mit noch mehr Komfort unterwegs. Gewohnt vorzüglich bleibt das Catering: mit aufmerksamen WESTstewards und neuen WESTcafés sowie Service bis zum Platz. Was man von der Flugreise kennt, kann man auch im Zug genießen: mit dem WESTbahn-Plus-Service, bei dem u. a. auch eine Tageszeitung geboten wird.

Großzügig, hell und modern: Die Doppelstockzüge der WESTbahn bieten Reisekomfort.
Die WESTcafés bieten Getränke und Speisen für unterwegs.

Gute Fakten

NEUE ZÜGE

30-Minuten-Takt. Ab Mitte Dezember fährt die WESTbahn alle halbe Stunde von Wien nach Salzburg und retour los. In Wien kann man dann nicht nur vom Westbahnhof, sondern auch vom Hauptbahnhof losfahren.

Noch mehr Café. Die WESTcafés werden ausgebaut, u. a. mit Snackautomaten. Dazu gibt es den Service der WESTstewards.

Always on. Ob mit Freunden auf Facebook surfen oder unterwegs arbeiten: Optimierte WiFi-Angebote sind die richtige Lösung.

Ruhiger unterwegs. Die neuen Züge sind mit verbesserten Drehgestellen ausgestattet, die mit einer weicheren Federung und stärkeren Dämpfern für noch mehr Fahrkomfort sorgen.

„Kurze Intervalle. Mehr Komfort. Besser geht es nicht!“

Erich Forster CEO WESTbahn

Westsuperpreise

Wer denkt, Qualität habe seinen Preis, hat grundsätzlich recht. Aber nicht bei der WESTbahn, die vor Kurzem einen neuen Billigtarif eingeführt hat. In Zahlen: Für die Strecke Wien–Linz kann man zum Beispiel online ein Tickt um wohlfeile 8 Euro kaufen. Der Normalpreis beträgt 19,60 Euro. Wer von Wien bis Salzburg fahren will, zahlt bei den „Westsuperpreisen“ im Internet nur 18 Euro statt 26,50 Euro. Und dazu kann man das Ticket bis zu Beginn der Fahrt stornieren. Aber wer macht das schon, wenn einem ein KISS winkt.


FOTOS: Radim Vrska, Deutsche Fotothek, istock, Stanserhorn-Bahn, Richard Tanzer

GUTES WISSEN

Im ersten Stock unterwegs zu sein, ist keine Erfindung von heute und auch nicht auf Züge beschränkt. Ein kleiner Streifzug durch die Welt des Reisens mit bester Aussicht. 

Pferde vorgespannt. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Bim- und Buswagen schon zweistöckig gebaut. Beim „Imperialwagen“ der Pferdebahn in Dresden (1872) war man oben noch Wind und Wetter ausgesetzt. 

Doppeldeckerbus. Sie gehören zu London genauso wie der Tower. Aber auch in anderen Städten prägen zweistöckige Busse das Straßenbild. In Wien landete der legendäre 13A mit zwei Geschoßen leider im Museum.

Cabrio-Gondel. Das Ziel der besten Aussicht hat natürlich auch die Berge erobert: Bei der Stanserhorn-Bahn in der Schweiz können Passagiere auch auf das offene Oberdeck der Kabinen.

Blitzschneller TGV. Der bekannte französische Hochgeschwindigkeitszug wurde als Duplex ab 1996 gebaut, um mehr Passagiere auf überlasteten Strecken transportieren zu können. Bei einer Reisegeschwindigkeit von bis zu 320 km/h bekommt man von der Landschaft rundherum aber wohl nicht mehr viel mit.