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Immer auf der Suche nach dem nächsten Surfspot: Jo (links) und Cozy.
© Salt & Silver

Surfen, Kochen & Chillen

Ein Jahr lang waren Johannes Riffelmacher und Thomas Kasikowski in Südamerika unterwegs: mit Surfbrett und Messer als Navi. Heute leben sie ihren Traum, schreiben Kochbücher, sind Gastronomen und bereisen die Welt auf der Suche nach tollen Gerichten und den besten Wellen.

Du sitzt abends am Strand, da knistert ein Lagerfeuer und das Meer glitzert im Mondlicht. So beschreiben Johannes „Jo“ Riffel­macher und Thomas „Cozy“ Kasikowski das Lebensgefühl, das hinter ihrem Reiseblog „Salt & Silver“ steht. Die beiden Hamburger haben alles hinter sich gelassen und sind ein Jahr lang durch Südamerika gereist. Ihre Erlebnisse haben sie mit Fotos und Videos dokumentiert. Heute betreiben Jo – früher in der ­Werbung tätig – und Cozy – einst Kameramann – ein Restaurant und eine Streetfood­bar und schreiben Kochbücher. Sie leben ihren Traum. Auch wenn das heißt, dass sie heute nur mehr getrennt reisen ­können. Einer muss sich schließlich darum kümmern, dass der Laden im Hamburg läuft.

Von Kuba nach Patagonien

Wie waren die Vorbereitungen für eure Reise durch Südamerika?

Jo: Wir sind kopfüber ins kalte Wasser ­gesprungen. Fix war nur: Wir wollen in Kuba los und in Patagonien ankommen, es gab keine fixe Route. Das war super, man kann sowieso nicht alles planen. Manchmal fährt ein Bus in Chile oder Ecuador einfach nicht. 

Was ist euch beim Reisen grundsätzlich wichtig?

Jo: Man muss sich entscheiden: Will ich Komfort oder Erlebnis? Bei uns gewinnt immer das Erlebnis. Per Anhalter auf der Ladefläche mitfahren ist einfach cool. Du lernst bei dieser Art zu reisen inte­ressante Menschen kennen. Aber du musst flexibel sein. Wer das nicht kann, ist bei einer Pauschalreise besser aufgehoben. 

Wie wichtig ist euch Komfort?

Jo: Das ist Definitionssache. In Peru im Dschungel auf einer Bambusmatte zu schlafen, ist wunderbar, dort ist es einfach so.
Cozy: Vor Kurzem waren wir in Marokko und haben bei Beduinen unter freiem Himmel geschlafen. In der Wüste ein Erlebnis! Wir brauchen kein weiches Luxusbett – unter der Brücke mussten wir aber auch noch nie schlafen. 

Ist diese Art zu reisen manchmal auch gefährlich?

Cozy: Wenn man nicht im Bett bleibt, kann immer was passieren. Natürlich gibt es in jedem Land Gegenden, von denen man sich besser fernhalten sollte. Grundsätzlich hatten wir aber nie das Gefühl, in Gefahr zu sein. Und wenn es mal brenzlig wurde, dann weil wir zwei Hallodris sind, die immer blöde Ideen haben. 

Seid ihr euch auch mal auf die Nerven gegangen?

Jo: Wir hatten immer das gemeinsame Projekt im Kopf, die Videos und Fotos für den Blog. Das hat uns zusammengehalten, da war kein Platz für Streit. 

Habt ihr einen Geheimtipp für Südamerika-Reisende?

Jo: In Mexiko gibt es einen kleinen Ort, den alle nur „San Pancho“ nennen. In Wirklichkeit heißt das Surferstädtchen in der Region Nayarit San Francisco. Es liegt mitten im Dschungel, du hast tolle Wellen, super Seafood und entspannte Menschen. Ganze sieben Wochen konnten wir uns dort nicht losreißen. 

Was war euer schönster Reisemoment?

Cozy: Da gibt es unzählige … Wir ­waren in Peru im Regenwald, haben dort in einem kleinen Dorf mit den Einheimischen gelebt, mit ihnen Piranhas über dem Feuer gebraten und mit den Kids gespielt. Das war eine wunderschöne Zeit.

Hatten die Menschen dort keine Berührungsängste?

Jo: Wenn du mit einem breiten Lachen auf die Leute zugehst, dann kommt sofort etwas Positives zurück. Das klappt überall auf der Welt. 

In welchem südamerikanischen Land surft es sich am besten?

Cozy: Das hängt immer von den Bedingungen ab – der Jahreszeit, dem Wetter. Und du brauchst auch Glück, um die perfekte Welle zu erwischen. Das Meer kann man nicht planen. Aber ein recht sicherer Tipp ist Nicaragua. Der Lake Nicaragua erzeugt spezielle Bedingungen. Der Wind zieht immer vom Land zum Meer, das macht diese tollen hohlen Wellen, wie man sie in den Surfer-Videos immer sieht. 

Wo isst man am besten?

Jo: Da würde ich Peru und Mexiko nennen. Die Küchen sind sehr unterschiedlich, aber einmalig. 

Hast du ein einfaches Rezept für uns?

Jo: Ceviche besteht traditionell nur aus Fisch, Limetten, roten Zwiebeln, Salz und Pfeffer. Meiner Meinung nach gehört auch Koriander unbedingt dazu. Da kann man eigentlich nichts falsch machen. 

Brenzlig wird es immer nur, weil wir zwei Hallodris sind

Woher kommt eure Leidenschaft fürs Kochen?

Cozy: Das haben wir beide von unseren Familien mitbekommen, da wurde täglich mit Freude gekocht. Ich habe schon als Zehnjähriger bei Feiern das Kochen übernommen, das hat mir immer Spaß gemacht.
Jo: Das Schöne am Kochen ist: Du wirst sofort belohnt. 

Reiseblog & Kochbuch 

Aus dem Reiseblog „Salt & ­Silver“ der ­beiden Hamburger ist ein ­Kochbuch mit Rezepten aus Kuba, Mexiko, Nicaragua, Costa Rica, Panama, Ecuador, Peru und Chile entstanden. Dazu gibt es Surfguides mit interessanten ­Geschichten zu den besten Surfspots. Umschau Verlag, 29,95 €