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Klein, aber fein: Monaco ist nur zwei ­Quadratkilometer groß. © iStockphoto

Monaco: Eine Stadt voll Luxus

Vom 300 Millionen Euro teuren Penthouse bis zum goldenen Rolls-Royce,  vom Austern-Dinner bis zum elitären Jetset-Treff:  Monaco ist DIE Stadt der exklusiven Superlative.

Glück und Unglück liegen in Monaco ganz nah beieinander: Während die einen im altehrwürdigen Casino Spielgewinne einstreifen, verspielen andere ihr letztes Hemd und verschwinden wieder über den roten Teppich der Treppen des pompösen Eingangs. Ein paar Meter rechts vom prächtigen Belle-Époque-Palast befindet sich nämlich der Shop „Würz Antiques“, wo sie als letzte Rettung ihre luxuriösen Habseligkeiten verkaufen.

So wechselt zum Beispiel der Schlüssel eines Jaguars in Minutenschnelle seinen Besitzer, was den Pfandleiher reicher macht als so manchen Edeljuwelier im Fürstentum. Mit dem Casino entwickelte sich vor rund 150 Jahren ein kleines Fischerdorf an der Côte d’Azur zum mondänen Paradies der Reichen aus aller Herren Länder.  

Schlaraffenland für Monegassen

Der nach dem Vatikan kleinste Staat der Welt ist gerade mal zwei Quadratkilometer groß und damit kleiner als die Wiener Innenstadt. Die Abgrenzung zu Frankreich ist einfach: „Alles, was grün ist, ist Frankreich“, so der PR-Manager Christophe bei einem Kaffee-Plausch, „und alles, wo Häuser stehen, gehört zu Monaco.“ Platz ist hier ein absolut rares Gut. Deshalb wurden ganze Stadtteile – insgesamt ein Viertel des heutigen Stadtgebiets – mit Aufschüttungen aus dem Meer gewonnen, und der Bauboom setzt sich ungebremst fort. „Heute werden vierzig neue Gebäude errichtet“, erzählt Christophe, „und die Preise liegen bei bis zu 75.000 Euro – pro Quadratmeter.“ 

So ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sich auch das teuerste Luxusappartement der Welt in Monaco befindet: Im 170 Meter hohen Wolkenkratzer Odeón kostet das sich vom 45. bis zum 49. Stock erstreckende Sky Penthouse mehr als 300 Millionen Euro, dafür hat man eine unvorstellbar große Wohnfläche von 31.500 Quadratmeter.

Kein Wunder also, dass Monaco nur Reiche und Superreiche anzieht. Hier leben 40.000 Menschen, mit 139 Nationalitäten ist es die internationalste Stadt der Welt. Rund 9.000 „richtige“ Monegassen genießen einen Sonderstatus, den man (nur) von seiner Mutter erben kann. Mit dem Neid erweckenden Vorteil, dass sie von allen Steuern befreit sind und gebührenfreie Spitäler und Schulen haben. Nur einen Nachteil haben sie: Der Eintritt ins Casino bleibt ihnen verwehrt, darauf hat die katholische Fürstenfamilie ein wachsames Auge. Aber auch den Wahlmonegassen, den Residents, die sich hier eine Wohnung leisten können, geht es nicht schlecht, schließlich ist das Wort Einkommenssteuer für sie in Monaco ein Fremdwort.

Boliden nicht nur beim Grand Prix

Wer durch diese Stadt mit ihren verschiedenen Bezirken – darunter Monte-Carlo als berühmtestem – schlendert, atmet allerorts französischen Lebensstil ein, gepaart mit Italo-Flair. Und Monaco hat auch einen bestimmten Klang, nämlich das Motorengeräusch von tiefergelegten, PS-mächtigen Sportwägen, für deren illustre Besitzer die engen Straßenschluchten ein willkommener Corso sind. Von Maserati und Ferrari über Lamborghini und Porsche bis Jaguar, dazu noch stilbewusste Rolls-Royce oder Bentleys: Nirgendwo sonst ist die Dichte schneller und edler Karossen so hoch wie in dieser Stadt. Und der Kulminationspunkt für wahre Autofreaks ist der Platz vor dem Casino, wo Monaco-Besucher den ganzen Tag lang ein Luxusgefährt nach dem anderen bewundern können. 

Wer hingegen Ruhe sucht, fährt mit dem Bus ein paar Minuten den alten Stadthügel hinauf. „The Rock“ ist das alte Monaco mit seinen historischen Bauten, hier taucht man ein in ein romantisches Gassengewirr und gelangt schließlich zum frei thronenden mächtigen Fürstenpalast. Am Platz vor dem Sitz der Grimaldis, von Kanonen Ludwigs XIV. gesäumt, erwartet einen eine Prise Operettenatmosphäre, wenn man zur rechten Zeit kommt: Bei der täglichen Wach­ablöse um 11.55 Uhr proben die Gardesoldaten von Prinz Albert II. in märchenhaften Uniformen den Stechschritt.

Nur ein paar Gehminuten davon entfernt, in der Nähe der Kathedrale, thront auf einem Felshang das Ozeanographische Museum. Es bietet einen atemberaubenden Blick auf die Weiten des Mittelmeers, Aquarien, Kunst und ein einzigartiges maritimes Kuriositätenkabinett. Gegründet wurde das Institut im Jahr 1899 vom Großvater des heutigen Regenten, der mehr Meeresforscher als Fürst war, ein Pendant zu Erzherzog Ludwig Salvator. Für neuerlichen internationalen Ruhm sorgte in den 1950er-Jahren Jacques-Yves Cousteau, der das Museum als Direktor leitete und an den vor dem Eingang zum Museum noch ein gelbes Tauchboot, das Cousteau bei seinen zahlreichen Expeditionen verwendete, erinnert. 

Genuss pur: Von Einfach bis opulent

Sie wäre nicht eine Stadt an der Côte d’Azur, wenn Monaco nicht auch ein Ziel für Gourmets und Freunde kulinarischer Genüsse wäre. Das muss aber nicht unbedingt teuer sein, in diese Welt kann man auch mit einfachen, aber köstlichen Gerichten eintauchen, wie zum Beispiel mit Monacos Nationalgericht: Barbajuan sind kleine Teigtaschen mit einer Füllung aus Ricotta, Lauch und Mangold und finden sich auf Speisekarten an der ganzen Côte d’Azur und im angrenzenden Norditalien.

Opulentere Speisen werden in der Markthalle (Le Marché de la Condamine) am Fuße des Stadthügels auf einfachen Tischen mit Bänken serviert. Hier findet sich zu Mittag (Dienstag bis Sonntag) der Banker ebenso ein wie die Hausfrau, der Müllmann oder die Business-Lady. Auf Touristen trifft man hier eher selten, dafür auf Einheimische, die zum Beispiel gerne eine Platte mit Austern und Seeigeln wählen.

Aber auch eine Poissonnerie mit frischem Fisch, eine Patisserie und der Marktstand U-Tapu – Tipp: Artischocken mit Kartoffeln und Gemüse – warten mit Leckerbissen auf. Und wer es den Monegassen nachmachen will, bestellt zum Abschluss einen Orangenlikör. Zum Glück sind die Früchte zum Essen zu bitter, aber hervorragend im Glas. 

Sogar Häftlinge leben exklusiv

Nach diesem kulinarischen Sidestep geht es durch die Stadt, hinauf und hinunter. Monaco besteht nämlich fast ausschließlich aus Höhenunterschieden, die man mit den vielen langen Rolltreppen und schnellen Liften mühelos bewältigen kann. Am Hafen, wo die Besitzer riesiger Yachten um Schiffslängen und Prunk wetteifern, treffe ich Caroline. Die Pariser Kunsthistorikerin lebt in der Provence, kennt aber Monaco wie ihre Westentasche und weiß auch von unbekannten Seiten zu berichten: „Sogar das Gefängnis von Monaco ist so, dass ich in einer der Zellen gern Urlaub machen würde.“

Warum? Wer im Fürstentum hinter Gittern kommt, hat von der Zelle aus einen traumhaften Blick auf den Hafen. Wo sonst kann man seine Zeit so exklusiv absitzen? Dabei ist das Gefängnis sicher nicht überlaufen. Der letzte Mord in Monaco ist zum Beispiel dreißig Jahre her. Es sind eher Langfinger, die in der Welt der Reichen geschnappt werden. Auch für solche (Zwischen-)Fälle hat Monaco vorgesorgt und geht auf Nummer sicher.

Mit 400 Kameras wird jeder Winkel beobachtet, sollte wirklich etwas passieren, ist Monaco innerhalb von fünfzig Sekunden komplett abgeriegelt und keiner kommt mehr raus. Aber wer will das schon, bei solch einer Stadt?